Dienstag, 31. Januar 2017

Vom Schulabschluss und unserem ersten Urlaub...


Halli Hallo!

Nach unendlich langer Zeit melde ich mich auch mal wieder zurück aus Malawi J Nun ist schon fast die Hälfte meines Jahres vorüber. Das geht unglaublich schnell, nicht wahr?
In den letzten zwei Monaten ist so viel passiert, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll zu erzählen…
So beginne ich also mit den letzten zwei Schulwochen vor den Weihnachtsferien:
Bevor hier in Malawi ein Term (in unserem Fall der erste) zu Ende geht, werden in den letzten Wochen vor den Ferien die „Endtermexams“ geschrieben. An jedem Tag ist ein anderes Fach dran und da gibt es für die Mädchen natürlich ziemlich viel zu lernen….
Auch für Pia und mich gab es dabei allerhand zu tun. Die meiste Zeit haben wir die verschiedenen Examen für fast alle Fächer abgetippt, ausgedruckt und später natürlich korrigiert… und das bei etwa 180-200 Schülern pro Standard… Das war ganz schön viel Arbeit! ;)
Doch neben den Examen und der Arbeit in der Schule, haben Pia und ich mit einigen der Internatsmädchen noch ein kleines Weihnachtstheaterstück eingeübt. Unsere kleine „ Christmas- Dramagroup“ hat sich mehrmals in der Woche getroffen, um an unserem Krippenspiel zu arbeiten! Wenn wir es dann geschafft haben, dass alle für die Proben zusammen kommen (was sich manchmal ein bisschen schwierig gestaltete J), hat es uns allen viel Spaß gemacht und die meisten der Mädchen sind Naturtalente, was die schauspielerischen Fähigkeiten angeht…
Als dann der große Tag der Aufführung gekommen war, haben wir uns einige kreative Kostüme einfallen lassen… Josef und den Hirten haben wir einen Bart verpasst und die wunderschönen Chitenjen (malawische Stoffe), wurden als Kopfbedeckung, Königsumhänge oder Babytücher verwendet.


Einige der Mädchen waren dann furchtbar aufgeregt, haben die Aufführung aber wunderbar gemeistert! Auch wenn das Stück kurz war, hatten wir viel Spaß und danach wurden noch Tänze, Lieder oder andere kleine Dramen aufgeführt… Am Abend gab es dann natürlich auch noch eine Disco für alle J Besonders an diesem Tag habe ich mich total wohl und wie zu Hause gefühlt, und war stolz ein Teil dieser Gruppe zu sein… J


Schon bald ging es dann auch schon für die Mädchen nach Hause… Der Tag war trüb und regnerisch und in der Dining- Hall versammelten sich alle Lehrer und Schüler, um die Ergebnisse zu verkünden… Wir saßen mit den anderen Lehrern auf einer Art „Bühne“ und jeder Klassenlehrer las laut die Ergebnisse von den besten bis hin zu den schlechtesten Examen. Die allerbesten Schüler haben sogar einen Lolli bekommen J
Dann ging alles ziemlich schnell und das Boarding war genauso schnell leergefegt, wie es sich ganz am Anfang gefüllt hatte. Die letzten Busse und Autos der Eltern verließen das Boarding und alles war wieder ganz ruhig…
Nachdem wir uns für einige Stunden von den letzten 3 Monaten erholt haben, stürzten Pia und ich uns direkt in unsere Urlaubsvorbereitungen für den nächsten Tag…
Wir hatten geplant, mit den anderen vier Mädchen aus Ludzi und Madisi für einige Tage in den Norden Malawis zu reisen…
… und das kam so:
Am 16. Morgens haben wir uns dann vollbepackt auf den Weg in die Hauptstadt Lilongwe gemacht, um von dort aus weiter in den Norden zu reisen. Wir machten einen kurzen Halt am KFC, wo wir auch Verena und Friederike aus Ludzi trafen und nach einer kurzen Stärkung unsere Reise fortsetzten.
Unser erstes Urlaubsziel war Nkhata Bay, ein relativ touristisches Fleckchen am Malawisee. Um dorthin zu gelangen, nahmen wir einen großen Nachtbus, in welchem wir eine ziemlich schlaflose Nacht verbrachten. :D Unter unseren Sitzen hatte man ein Huhn verstaut, welches sich über diesen Umstand leider lauthals beklagte.
Für unser Ziel jedoch hatte sich diese Reise gelohnt. Nkhata Bay war ein wunderschönes kleines Dorf mit einigen kleinen Lodges, die im Jugendstil eingerichtet waren und Weltenbummler aus allen Ländern anzogen…

Auch das Essen war sehr lecker und wir konnten mal wieder in dem schönsten See schwimmen…
In Nkhata Bay verbrachten wir eine Nacht, bis es am nächsten Tag noch etwas weiter nördlich hoch auf die Berge in die Mushroom Farm, nahe der Livingstonia Mission ging. Wir fuhren mit dem Minibus bis zu einem kleinen Dörfchen am Fuße des Berges und wurden dort von einem Pickup abgeholt, welcher uns „die steilen Pässe“ hinauf auf den Berg fuhr.
Die Aussicht von dort oben auf den Malawisee war fantastisch, und auch unsere Lodge, die Mushroomfarm hatte einige interessante Dinge zu bieten…
Sie war ganz im Wald gelegen und wurde sehr ökologisch auf die Umwelt und Menschen bedacht aufgebaut und betrieben. Das unglaublich gute Essen dort war saisonal, vegetarisch und wurde auch dort angebaut. Die Toiletten wurden nicht mit Wasser, sondern mit Sägemehl und Asche betrieben. :D
Besonders schön fand ich, dass man einige selbstgemachte Produkte von Frauen aus den umliegenden Dörfern dort zum Verkauf auslegte.
Auch dort trafen wir Menschen aus allen möglichen Ländern und sogar eine Gruppe deutscher Jugendlicher, die wir schon auf dem Botschafter Fest kennen gelernt hatten.
Auch an Programm wurde dort einiges angeboten. Einmal machten wir eine geführte Wanderung zu den naheliegenden, atemberaubenden Wasserfällen, den Manchewefalls.


Der Guide führte uns sicher über leicht glitschige Felsen und Trampelpfaden zu einer wunderschönen Aussicht. (Siehe Foto)
An einem anderen Tag wanderten wir noch etwas höher auf den Berg zu der Livingstonia Mission. Das ist eine Missionsstation mit einem Krankenhaus, einer kleinen Universität und einem Dorf rundherum. Die Wanderung war sehr anstrengend in der prallen Sonne, hat sich allerdings ebenfalls gelohnt!

Die Abende verbrachten wir häufig mit den anderen Freiwilligen, die wir dort trafen, mit Spielen oder Lesen. Alles in allem ein wunderschöner und entspannter Urlaub…
Am Tag der Abreise beschlossen Pia, Noemi und ich den Berg wieder herunter zu wandern. Unsere Rucksäcke überließen wir den anderen im Pickup… Auch das war eine tolle Erfahrung, denn zum Glück trafen wir drei Kinder, welche uns einige „Shortcuts“ zeigten, welche uns den Weg deutlich erleichterten… J
Dann ging es wieder Richtung Heimat, um das Weihnachtsfest in unseren Projekten zu verbringen…
Doch das ist eine andere Geschichte, von der ihr in Kürze lesen könnt… J
Beste Grüße an euch und alle Lieben in der Heimat…

Eure Antonia

Donnerstag, 10. November 2016

Neues aus Guilleme...

Halli-Hallo!

Nun melde ich mich schon nach kurzer Zeit wieder zurück! Natürlich ist in der letzten Woche schon wieder einiges passiert, was ich gerne mit euch teilen möchte ;-)
Auch wenn wir hier schon richtig im Alltag angekommen sind, müssen wir uns doch immer wieder für neue Überraschungen bereithalten. :D
Also starte ich meinen Bericht zunächst einmal mit den jüngeren Ereignissen. Am Samstag den 29. Oktober hat die Guilleme Girls Boarding Primary School Geschichte geschrieben! Und das kam so:
Für diesen Tag war ein Netballspiel unserer Mädchen in Ludzi geplant. Unsere Schule sollte gegen die dortige Girls Boarding Primary School antreten. Von unseren Lehrern wurden wir freundlicherweise zu diesem Spiel eingeladen. Am Nachmittag startete dann der Big-Bus, welchen die Schwester eigens für diese Veranstaltung gebucht hatte J Alle waren ganz aufgeregt und wir quetschten uns zusammen mit vielen Mädchen und einigen Lehrern  in das recht große Fahrzeug. Von vielen winkenden und singenden, fröhlichen Mädchen, die auf dem Boarding blieben, wurden wir verabschiedet. Außerdem wurde vor der Fahrt ein Gebet gesprochen, was mich auch tief beindruckt und gefreut hat J
Dieser Bus war wohl der stimmungsvollste, mit dem ich jemals gefahren bin. Partybusse sind echt nichts dagegen! :D Dann ging es auf nach Ludzi und dort wurden wir auf dem Boarding mindestens so freudig empfangen, wie wir verabschiedet wurden. :D
Freudig empfangen wurden wir auch von Verena und Friederike, die natürlich auch das Spiel mitverfolgen würden. Wir haben dann unsere und die beiden ihre Mädchen versammelt und sie mit Gesichtsschminke für das Spiel bemalt J Die Guilleme Girls bekamen von Pia und mir Schmetterlinge, Blumen und Buchstaben in leuchtend grünen Guilleme Farben und die Ludzi Mädchen das Gleiche von Verena und Friederike in Ludzi-Blau J
Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Lehrern ging es zum Sportplatz- und was soll man sagen? Das Spiel war ein voller Erfolg! Obwohl es ein Heimspiel für Ludzi war, haben die Guilleme Girls gewonnen und das wurde während und nach dem Spiel natürlich auch gebührend mit Tänzen und Gesängen gefeiert. Davon haben wir uns mitreißen lassen und die Schwester natürlich auch J
Die größte Überraschung (mit der wir wirklich nicht gerechnet hatten) kam glücklicherweise kurz nach Ende des Spiels. Und das war der erste richtige Regen dieses Jahres. Und darüber haben wir uns wirklich gefreut!! J


Es ist dann auch relativ kühl geworden und wir haben uns an der Schule untergestellt, um auf den Bus zu warten. Zurück wurde genauso und des Sieges wegen natürlich noch mehr gefeiert wie auf der Hinfahrt und genauso wurden wir auch zu Hause wieder empfangen.


Zur Belohnung des gewonnenen Spiels und weil am Dienstag darauf wegen Allerheiligen ein Feiertag war, wurde am Montagabend eine Disko auf dem Boarding unter den Sternen veranstaltet. Die haben sich natürlich weder die Mädchen noch Pia und ich uns entgehen lassen! J  Obwohl ich nicht so eine außerordentliche malawische Tanzbegabung habe wie die Mädchen hier und es deshalb vielleicht ein bisschen peinlich war, wurde es dennoch ein wunderschöner Abend! :D
(Der Morgen war übrigens auch schon sehr gut, weil Pia und ich noch Fantakuchen für den Dorm gebacken, welcher in diesem Monat immer am saubersten war J Eine gute Motivation denke ich!)
Auch am Dienstag ging es nach einer Messe für die Mädchen mit einer besonderen Aktion weiter! Pia und ich haben die Mädchen mit Mandalas und Buntstiften ausgestattet, sodass sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Es war total schön zu sehen wie akkurat und wunderschön die Mädchen ihre Mandalas bemalt haben. Sie waren auch alle sehr stolz darauf und einige haben sie in ihrem Dorm aufgehängt J Gerade rechtzeitig haben wir dann gegen Ende die Materialien noch vor dem zweiten großen Regenschauer retten können…




Am Mittwoch darauf mussten die Mädchen und wir zwar wieder zur Schule aber am Nachmittag wurde noch eine Messe zu Allerseelen gefeiert. Auch das war ein besonderes Erlebnis. Auf kleine Zettel konnten wir die Namen derjenigen schreiben, derer wir gedenken wollten. Sie wurden vorne in einem kleinen Behältnis gesammelt. J Eine sehr schöne Geste finde ich! Auf eine besondere Weise hat mich die Messe und die gesamte Stimmung dort berührt.
Auch am Donnerstag blieb es spannend! Ich habe mich an diesem Tag ganz besonders auf meinen Unterricht gefreut! Für diesen Tag hatte ich geplant, mit meinen beiden siebener Klassen auf den Sportplatz zu gehen, um mit ihnen Fußball zu spielen. Da die Mädchen hier mehr Netball (eine Art Handball) und weniger Fußball spielen, war ich besonders gespannt auf diese Unterrichtsstunde. Ein Lehrer, welcher auch in der Guilleme Fußballmannschaft spielt, hatte sich freundlicherweise dazu bereiterklärt, mir dabei zu helfen.

So hatten wir also einen Schiedsrichter, einen Fußball und Leibchen, welche ich noch aus einer Chitenje ausgeschnitten habe. So konnte nichts mehr schiefgehen und das Spiel ist sehr gut gelaufen! Ich glaube (und hoffe), dass das Spiel den Mädchen auch viel Spaß gemacht hat! :D



Am letzten Wochenende war dann noch ein Visitors-Weekend, das heißt, dass die Eltern der Mädchen zu Besuch gekommen sind J Pia und ich waren dafür verantwortlich, das Taschengeld für die Mädchen im nächsten Monat entgegen zu nehmen! Es war also ein arbeitsreiches, aber auch relativ entspanntes und schönes Wochenende!
So das war es auch eigentlich schon wieder! Ich hoffe es hat euch gefallen und ich habe nichts allzu Wichtiges vergessen!

Mit besten Wünschen und herzlichen Grüßen aus dem warmen (und manchmal nun auch etwas regnerischem) Herzen Malawis (Guilleme)!
Eure Antonia


Freitag, 28. Oktober 2016

Zu Hause in Guilleme...

Zu Hause in Guilleme…


Hallöchen! Mwaswera bwanji? (Wie geht es dir heute Nachmittag? :D)

Seit Langem melde ich mich nun auch wieder aus dem fernen, wunderbaren Malawi. Jetzt haben wir schon Oktober... Das ist schon seltsam, die Zeit ist für mich wie im Flug vergangen und trotzdem habe ich das Gefühl, schon seit einer Ewigkeit hier zu sein…
Ich fühle mich … wie zu Hause eben J Aber nun habe ich erstmal ganz viel aufzuholen! Viel Spaß beim Lesen!
Der Oktober in Malawi ist, auch wenn man sich das in Deutschland vielleicht schlecht vorstellen kann, der wärmste und trockenste Monat im ganzen Jahr. Wir sind also gerade richtig in Hochsommerstimmung und können uns gemütliche Abende mit einer Tasse Tee in der Hand während draußen ein kalter Herbstwind pfeift gar nicht mehr vorstellen. :D
Nun sind wir richtig drin in unserem neuen Leben in Guilleme J Seit nun schon 2 Monaten ist unser Boarding hier richtig mit Leben gefüllt… Und wir leben hier gemeinsam mit etwa 360 ganz wunderbaren Mädchen auf dem Gelände.
Wow, das war echt eine ganz große Umstellung für uns! Unser Leben wurde hier komplett umgekrempelt. Und je länger wir hier leben, umso mehr lernen wir diese Veränderung zu lieben! Auch wenn es anfangs für uns ein wenig schwer war.
Wie ihr vielleicht wisst, arbeiten Pia und ich an der Guilleme Girls Boarding Primary School, das ist eine Grundschule für Mädchen von der ersten bis zur achten Klasse. Auf dem Boarding allerdings leben nur die Mädchen der höheren Klassen (5.-8.).  Am fünften September war der Tag gekommen, an dem all diese fröhlichen, lebendigen Mädchen hier eingezogen sind. Und schon war es vorbei mit der Ruhe!
Anfangs waren natürlich alle ganz neugierig und wollten uns begrüßen und unsere beste Freundin sein J  Jeden Tag wurde bei uns rund um die Uhr an der Tür geklopft und das hat sich bis jetzt auch noch nicht wirklich geändert. Meistens kommen die Mädchen vorbei um sich Spiele auszuleihen, weil sie mit uns „chatten“ möchten oder einfach nur um Hallo zu sagen.
 Pia und ich haben wie unsere Vorgänger eine „Game-Time“ von 14 bis 17 Uhr, welche extra für diese Zwecke  genutzt werden kann. ;D Dann werden Spiele gespielt, Bücher gelesen oder lustige Tänze getanzt. Besonders gerne mögen die Mädchen auch spannenden Geschichten und Märchen lauschen. J „Please tell me a story“… Das ist echt total schön!


 Abends gehen wir dann immer in den Schlafsälen (Dorms) der Mädchen herum, um ihnen gute Nacht zu sagen. Das tut uns glaube ich genauso gut wie den Kindern. J Wir werden immer bestürmt von den vielen Mädchen, die sich eine (oder mehrere) Umarmungen abholen wollen.


 

Ein Arbeitstag in Guilleme…


Schon morgens in der Frühe noch vor Sonnenaufgang ist unser Boarding erwacht… Immerhin gibt es ja auch viel zu tun! Wäsche muss gewaschen und die Dorms ordentlich geputzt und die Betten gemacht werden. Das Ziel der Mädchen ist es nämlich, besonders viele Sterne für den eigenen Dorm zu bekommen, welche Pia und ich jeden Morgen an die besten Schlafsäle vergeben. Und das ist die Anstrengung wert! Denn am Ende des Monats gibt es einen Preis für die meist verdienten Sterne, Schmetterlinge oder Herzen.
Um spätestens 7:15 Uhr müssen wir alle fertig und bereit für den Schultag sein. Zu diesem Tag beginnt auf dem Schulhof die Morning Assembly, an welcher alle Schülerinnen teilnehmen müssen. Die Mädchen stellen sich dann Klassenweise in Reihen auf und es werden einige Aufwärmübungen gemacht, Gebete gesprochen und zum Schluss wird natürlich die malawische Nationalhymne auf Englisch oder Chichewa gesungen. Die kleinen Erstklässer stürmen danach immer schon voller Energie in ihre Klassenräume, während die Mädchen der höheren Klassen es immer etwas langsamer angehen lassen J















Ich habe sogar schon einmal bei der Assembly assistieren dürfen. Unsere Hauptaufgabe in der Schule besteht allerdings darin, die Mädchen in dem Fach „Expressive Arts“ zu unterrichten. Das ist eine Mischung aus Kunst, Sport, Musik und Ausdruck. Pia unterrichtet eine sechste und ich zwei siebte Klassen. Das ist manchmal echt eine Herausforderung, weil in einer Klasse bis zu 90 Kinder sind J Wir haben aber schon viele lustige Themen durchgenommen, wie zum Beispiel die „traditional dances“ aus den verschiedenen Regionen Malawis. In diesem Fall werden wir allerdings mehr von den Kindern unterrichtet als anders herum. :D Die Mädchen suchen sich dann selber alle möglichen Gegenstände, um sich daraus traditionelle Kostüme zu basteln und Eimer und Stöcker, welche sie als Trommeln verwenden. Die dürfen natürlich nicht fehlen! J Das ist echt ziemlich cool!







( Beim Outdoorr-Unterricht...) 



Die restliche Zeit des Vormittags verbringen wir oft damit, Plakate für die Lehrer zu malen, Namenslisten abzutippen oder unsere Stunde vorzubereiten. Letztens haben wir mit dem Klassenlehrer meiner siebener Klassen in dem Fach „Agriculture“ Mais und Bohnen im Schulbeet gepflanzt. Das war sehr interessant und der Mais war schon nach einer Woche zu sehen!



Wenn wir von der Schule nach Hause kommen kochen wir für uns selber Mittagessen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, da wir im Moment sehr oft einen „Blackout“ haben. Das heißt, dass der Strom für einige Stunden oder manchmal bis zu zwei Tagen ausfällt. Das bedeutet also für uns es wird traditionell über dem Feuer gekocht J Wenn wir es erstmal anbekommen haben macht das aber echt Spaß und dann sitzen wir draußen und kochen uns Nsima (Maisbrei) oder braten Pfannkuchen.
Auch das Wäschewaschen sollte gelernt sein :D


Nachmittags spielen wir dann in der Game-Time mit den Mädchen, lesen oder räumen auf. Letztens haben wir uns auf dem Sportplatz ein Netballspiel von unseren Mädchen angeschaut. Netball ist eine Art von Handball und wird hauptsächlich von Frauen gespielt. Wenn jemand ein Tor gemacht hat, sind immer alle auf das Feld gestürmt und haben getanzt und Lieder gesungen. Wir haben uns mitreißen lassen und das hat echt großen Spaß gemacht!So sieht also unser Alltag aus und wir haben uns schon richtig daran gewöhnt J Natürlich habe ich auch von einigen interessanten Veranstaltungen außer der Reihe zu berichten…

Wasser holen auf dem Kopf...
 




Besondere Erlebnisse und Feierlichkeiten…


Das erste besondere Ereignis in diesem Monat fand am 3. Oktober in Lilongwe statt. Anlässlich des Tags der deutschen Einheit waren wir sechs und viele andere Deutsche aus ganz Malawi in der Residenz des deutschen Botschafters eingeladen. Seit etwas längerer Zeit hatten wir daher irgendwie das Gefühl wieder in Deutschland angekommen zu sein. Das war anfangs schon seltsam, weil auf einmal wieder in einer uns vertrauten Sprache gesprochen wurde und wir ganz viele Azungus (Weiße) gesehen haben. :D Trotzdem haben wir den Abend noch sehr genießen können, da wir die Gelegenheit hatten neue Bekanntschaften zu schließen, Erfahrungen auszutauschen und eine deutsche Party mit Schnitzel, Sauerkraut, Schlagern und Bier zu genießen. Den Tag danach haben wir sechs dann noch auf einem großen Markt in Lilongwe verbracht bis es dann in einem etwas engen Minibus wieder heimwärts ging J
Auch an den Wochenenden werden wir manchmal spontan oder auch mit Ankündigung von den Schwestern zu Festen eingeladen. :D Das ist bei jedem Mal ein ganz besonderes Erlebnis J Am 15. Oktober (übrigens auch Muttertag in Malawi) wurde bei den Sisters of Charity of Ottawa im Guilleme Konvent der Geburtstag der Ordensgründerin gefeiert. Wir waren natürlich mit von der Partie. Das Fest startete mit einer Messe (wie eigentlich alle Feste auf denen wir bisher waren J). Dabei haben einige unserer Guilleme-Girls mit hübschen weißen Kleidchen gesungen und getanzt. Das war wieder einmal wunderschön! Zu dem Fest kamen aus Guilleme und aus vielen anderen Teilen Malawis, Vertreter einer Gruppe, welche die Schwestern in verschiedenen Bereichen unterstützen. In diesem Fall gab die Gruppe und die Schwestern ein großes Essen für die Bedürftigen aus unserem Dorf und versorgten sie mit Lebensmitteln und Seife. Das war auch sehr schön und meiner Meinung nach ein tolles Zeichen der Einheit und Gemeinschaft!
Auch für uns gab es ein großes Festessen, Obst und später noch einen großen Schokoladenkuchen, welcher feierlich von der ältesten Schwester angeschnitten wurde J Am Nachmittag haben wir dann einem Netballspiel zwischen den Schwestern und den Helferinnen der Unterstützergruppe zugeschaut. Ganz verstanden haben wir die Regeln noch nicht, aber immerhin merkt man sofort wann ein Tor fällt aus den bereits genannten Gründen. :D An sich wird eigentlich immer dabei gesungen und getanzt. Das Spiel endete abrupt, als wir das Feld für eine Jugendfußballgruppe aus dem Dorf räumen mussten. :D

 
(Mädchen führen kleine Dramas vor unserem Haus vor)

Wie so oft war auch dieser ein ganz besonderer, wunderbarer und gelungener Tag J Guilleme ist nun unser zweites Zuhause auch wenn ich natürlich noch oft an das schöne Deutschland denke J Wir sind hier in einer großen, lebhaften Familie aufgenommen worden und freuen uns über jeden neuen Tag, welcher fast immer Überraschungen für uns bereithält :D
Ich hoffe es war nicht zu lang und ihr konntet den Bericht genießen! :D
Viele Grüße aus dem immer wärmeren Malawi und bis zum nächsten Mal!
Tionana (Wir sehen uns)

Eure Antonia